Promateur – wenn sich die Amateurliga plötzlich wie die Bundesliga anfühlt

Promateur – wenn sich die Amateurliga plötzlich wie die Bundesliga anfühlt

Interview mit Stefan Sunken und Tobias Reinhardt von Promateur

Irgendwann ist der legendäre Satz gefallen: „Wie geil wäre es, wenn es einen Fußball-Manager für Amateurligen und Amateurfußballer gäbe? Stefan Sunken, Tobias Reinhardt, Hendrik Zimmermann und Uwe Kettler haben einen Amateurfußball-Manager namens „Promateur“ entwickelt.

Stefan und Tobias haben sich beim MBA Studium an der Hochschule Ostfalia in Wolfenbüttel kennengelernt. Beide sind ursprünglich mit eigenen Ideen und der Intention diese umzusetzen ins Studium gestartet. Nach einem gemütlichen Abend über Fußball und ein, zwei Bierchen stand jedoch fest, dass sie zusammen an Promateur arbeiten werden.

Was genau ist nun Promateur?

Fußballliebhabern sind Kickbase und Comunio sicherlich ein Begriff – Fußballmanager für die Bundesliga. Man beobachtet den Fußballmarkt, analysiert die Leistungen der Spieler und stellt sich auf Basis dessen sein eigenes Bundesliga Team zusammen. Ziel ist es, sich gegenüber seinen Mitspielern mit möglichst vielen Punkten am Ende der Saison durchzusetzen.

Promateur funktioniert nach dem gleichen Prinzip – nur eben für die Kreisliga. Amateure werden zu Stars in ihrer Liga.  Jeder Amateurspieler wird anhand seiner sportlichen Leistung in der Kreisliga bewertet und kann somit das Spiel aktiv beeinflussen. Außerdem gibt es ein Tippspiel für jede Liga.

Das Herzstück von Promateur ist der selbst entwickelte Algorithmus, der die Spieler bewertet. In diesen fließen jede Menge Kriterien ein. Wichtig für uns war, eine möglichst faire und objektive Bewertung der Leistungen und Aktionen stattfinden zu lassen. Die Entwicklung hat eine Weile gedauert. Aber wir bekommen großartiges Feedback und sind sehr stolz auf unseren Algorithmus.

Welches Geschäftsmodell steckt hinter Promateur?

Promateur basiert auf dem Freemium Geschäftsmodell. Das bedeutet die aktuelle Version von Promateur ist komplett kostenlos. Ab Sommer wollen wir aber auch eine Premium Version mit weiteren Features anbieten, um den Spaß für die User zu erhöhen.

Einnahmen generieren wir aktuell schon über unsere Bandenwerbung. Analog zum physischen Fußballplatz gibt es Banden auf unserem Spielfeld die von Unternehmen für Werbung gebucht werden können. Hierbei wollen wir vor allem lokale Unternehmen ansprechen und unterstützen, was zu Corona Zeiten ein großes Thema ist.

Wo steht Promateur aktuell?

Gestartet haben wir in einer Liga. Erfahrungen sammeln und Feedback einholen waren uns wichtig. Eine Herausforderung war die Datengrundlage. Wir saßen Sonntag abends Zuhause und haben jede Aktion händisch in eine Excel Tabelle eingetragen. Mittlerweile gibt es eine offizielle Schnittstelle zum DFB wir und können auf die Daten der Plattform „Fussball.de“ zugreifen. So können wir aktuell 6 Amateurligen bedienen und erreichen hier schon 55 % der Zielgruppe. Das zeigt den Zuspruch und ist ein großer Erfolg für uns.

Wie geht es für euch weiter?

Unser Ziel ist es natürlich Promateur in ganz Deutschland auszurollen und möglichst viele Amateurligen abzudecken. Dafür steigt Tobias in Vollzeit als Geschäftsführer in Promateur ein. Er kümmert sich um den Bereich Finanzen und die Sales Strategie. Stefan hingegen ist für Marketing und Kommunikation zuständig. Auch er wird in Vollzeit als Geschäftsführer eintreten. Hendrik und Uwe sind Programmierer von Promateur und haben das Herzstück, den Algorithmus entwickelt.

Neben der Ausrichtung und der Strategie des Unternehmens beschäftigen wir uns natürlich hauptsächlich mit der Produktentwicklung. Wir erhalten wirklich enorm viel Feedback von unseren Usern, dass uns hilft die App und ihre Features kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Inwiefern hat euch das MBA-Studium Entrepreneurship & Innovation Management bei der Gründung von Promateur geholfen?

Die beiden Gründer sind sich einig: Ohne das MBA-Studium würde es Promateur heute wahrscheinlich nicht geben. Im Studium haben wir schnell gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge sind und uns zusammengeschlossen. Das Studium selbst bot uns einen großen Mehrwert. Man bekommt nicht nur die richtigen Tools uns das theoretische Wissen an die Hand. Wir konnten über verschiedene Seminare, Vorlesungen von Geschäftsführern/Entrepreneuren und Exkursionen – wie etwa die ins Silicon Valley ein enormes Netzwerk aufbauen, von dem wir schon während der Gründung profitiert haben. Natürlich stehen dir auch die Professoren jederzeit beratend zur Seite. Es macht einfach Spaß in so einem Umfeld etwas aufzubauen.

Was wollt ihr anderen potenziellen Gründern mit auf den Weg geben?

In einer unserer Vorlesungen hatten wir mal gehört: „Gründen ist wie Achterbahnfahren“. Wir können das nun definitiv bestätigen. Es gibt immer wieder Momente, in den man denkt jetzt läufts, jetzt haben wir es geschafft und am nächsten Tag bist du plötzlich wieder am Boden. Euer Durchhaltevermögen wird auf jeden Fall auf den Prüfstand gestellt. Wichtig ist, sich darauf einzustellen und immer wieder aufzustehen.

Was uns geholfen hat: Wir waren zu zweit. Ängste aber auch Erfolge werden geteilt. Entscheidungen werden diskutiert und durchlaufen minimum zwei Köpfe.

Nutzt die Infrastruktur an der Hochschule Ostfalia und all die Möglichkeiten, die euch geboten werden. Baut euch ein Netzwerk auf während ihr dort seid!

Weitere Quellen:

https://promateur.de/

https://www.facebook.com/promateur/
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